Kawah Ijen
Der Mount Bromo war praktisch nicht zu überbieten, das wussten wir und mit etwa der Einstellung brachen wir heute Morgen um 04:00 auch zum Ijen Nationalpark auf. Der Aufstieg dauerte hier etwas länger und war auch ein wenig anstrengender. Die Strecke von der Zwischenstation bis zum Krater beträgt nur 3km. Die ersten zwei sind easy weil praktisch flach. Auf dem letzten Kilometer legt man dann noch 500 Höhenmeter zurück, was dann eine doch recht üble Steigung verursacht.
Der Weg nach oben führt durch einen dichten Urwald mit den verschiedensten Pflanzen und Tieren. Wenn man sich etwas Mühe gibt, kann man in den Bäumen ab und zu einen Chipmunk beobachten. Die leben hier aber in diskreter Zurückhaltung und zeigen sich schwer unbeeindruckt von uns Touristen.
| Die Wälder am Ijen sind dunstig und es riecht nach Schwefel. Mir hat es unglaublich gefallen |
| Kurz nach der Waldgrenze eine kleine Verschnaufpause bis es steil bergauf geht |
Man merkt, dass man bald oben angekommen ist, wenn man den Wald plötzlich verlässt und über den ganzen Dschungel blicken kann. Hier ist auch die Luft deutlich schwefeliger und man sieht vereinzelt abgestorbene Baumstümpfe. Wir hatten leider etwas Dunst, so dass wir erst keine klare Sicht auf den Schwefelsee hatten. Die Sicht wird aber umso deutlicher, je näher man zur Mine hinabsteigt. Der Kratersee misst an seiner tiefsten Stelle ca. 800m und ist um die 50° "warm".
| Ein kleinerer Korb gefüllt mit Schwefelblöcken bereits zum Transport ins Tal |
| Dieser Korb wurde vermutlich als Fotoobjekt dort platziert |
| sicht zur Pipeline in der Mine, welche den noch flüssigen Schwefel transportiert. |
Zur unteren Plattform und zur Mine selber durften wir leider nicht, weil der Weg hier steil und gefährlich ist und unser Guide keinen Bock hatte für uns zu haften falls wir abstürzen.
Der austretende Schwefel am Kratersee ist hier noch flüssig und brennt. Er wird von einem Arbeiter mit einem Stock herausgestochert und in eine Pipeline geleitet an deren Ende ein anderer Arbeiter den flüssigen Schwefel mit kaltem Wasser erstarren und abkühlen lässt. Die entstandenen Platten können dann in einzelne Stücke zerbrochen und transportiert werden. Aus dem hier abgebauten Schwefel wird in erster Linie Kosmetik oder Feuerwerk hergestellt. Ein Minenarbeiter trägt in einem Abstieg bis zu 100kg Schwefel mit in die Zwischenstation, mindestens aber 50kg, meistens laufen sie zwei Mal am Tag. Der Job als Minenarbeiter wird nur saisonal ausgeübt. Die übrige Zeit arbeiten die Männer in den Reisfeldern und Plantagen oder Fabriken. Der Job ist übrigens trotz den harten Bedingungen nicht der schlechteste. Die Angestellten verdienen umgerechnet ca. 300 SFR im Monat, bekommen eine Krankenversicherung und eine Rente.
Viele Minenarbeiter trafen wir heute nicht an weil heute ein Ferientag ist und deshalb die meisten zu Hause bleiben. Lediglich einer stieg mit uns hoch.
Den Nachmittag verbrachten wir mit chillen, Wellness und essen.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen