Aufstieg zum Bromokrater



Ich weiss nicht, wann ich mich das letzte Mal so derb auf etwas gefreut habe, dass ich nicht einschlafen konnte. Vergangege Nacht war das so. Die Tengger-Caldera hat mich in dem Masse fasziniert, dass ich den Bromokrater nun garnicht mehr erwarten konnte.
Um 03:00 morgens klopfte ein Dude wie verrückt an unsere Tür. Wakeup call. Ich ging dann trotzdem wieder ins Bett, denn es ging ja erst um 04:00 los. Erst jetzt bemerkte ich, dass es ÜBELST nach Schwefel roch. Der Wind musste in der Nacht gedreht haben. In der nächsten Viertelstunde übergaben sich draussen 2 Leute. Dann stand ich auf. Unser Jeep wartete schon und draussen war es wohlige 15 Grad. Am Vorabend wollten und alle Mützen, Schals und Handschuhe andrehen weil es da oben very cold sei, war es aber nicht. Nur ein bisschen an den Händen vom Fotos machen. Dann ging alles sehr schnell. Ein Japaner, der hinter uns sass, hatte seinen Scheinwerfer dabei, den er konsequent in unsere Richtung hielt und uns so sämtliche Langzeitaufnahmen ruinierte. Aber ist ja egal, wir konnten dann bei Tageslicht noch ein paar Aufnahmen machen. 
 
Sicht am späteren Nachmittag auf die relativ wolkenfreie Vulkanebene und Mount Bromo mit aufsteigendem Rauch aus dem Hauptkrater


Um 6:30 waren wir schon wieder beim Jeep und fuhren zurück durch die Caldera zur Sammelstelle, wo wir eine der ersten waren. Bis zum Kraterrand war es von da aus nur noch ca. 100 Höhenmeter in Form von Treppen, was recht angenehm war. Wir liefen gleich in einem Zug hoch, genau wie unsere Touristenfreunde aus Frankreich und Italien. Die meisten anderen bildeten an der Seite der Treppe eine Warteschlange aus schweisstriefenden, verzweifelten Menschen, die wohl gerade ihre persönliche Apokalypse durchlebten. Ausser ein runder Typ, der die Treppe zwar in einem Schneckentempo, dafür aber ebenfalls ohne Pause durchzog und meinen vollen Respekt hat!

Am Kraterrand angekommen. Ein unglaublich faszinierendes Schauspiel begleitet von ständigem Brodeln und Zischen aus dem Krater

Entlang des Kraterrandes fällt der Blick gegen rechts in den Krater und gegen links hinein in die mit Nebel gefüllte ebene, die sich von Zeit zu Zeit wieder lichtet
 
Der Nachbar Mount Batuk mit dem Aufstieg zum Bromo

Ein Reiter und sein Pferd machen Pause

Um 8:30 waren wir schon wieder im Hotel, wo wir frühstückten. Wir wunderten uns beim Zurückfahren noch über die unzähligen Polizisten, die uns sicher drei Mal umleiteten. Später erfuhren wir, dass Jokowi unterwegs sei und im selben Restaurant essen wollte wie wir. Er hatte natürlich Verspätung und wir keine Zeit zum Warten, quatschten aber noch eine Weile mit einem seiner Vorkoster, der die ganze Zeit meinte, die Schweiz sei flach und uns vorschwärmte, dass sein Boss der Präsident sei.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Auto fahren. Um 17:00 kamen wir in einem traumhaften Resort in der Nähe von Banyuwangi an, wo wir sofort noch eine weitere Nacht dazu buchten.
 
Hier kann man sich erholen. Infinity Pool mit Blick zum Mount Meru

Kleiner (recht kalter) Pool mit Restaurant
   

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