Borobudur



Heute war Borobudur-Tag: Das heisst Tempel anschauen und dort etwas rumlatschen. Scheint auf den ersten Blick nicht so schwer zu bewältigen, war dann aber schon mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Folgendes muss ich im Vorfeld erwähnen: Ich hatte zu Hause in Fribourg eigentlich noch IDR wechseln wollen, war dann aber zu knapp dran und habe nur noch USD bekommen. 

Wir liefen also gemütlich in Richtung Tempeleingang, wo wir Tickets kaufen mussten. Manuel meinte, er hätte genügend IDR dabei, um den Eintritt für uns beide zu bezahlen. Wir kamen also so durch die Eingangstür und dort wies ein netter uniformierter Herr uns sogleich zum richtigen Schalter, nämlich dem für Ausländer! Wir fühlten uns zu Beginn ein wenig geehrt weil das ein sehr schönes Gebäude war, mit Gold verziert und vor allem weit und breit keine Warteschlangen zu sehen waren. Diese erste Freude wurde jedoch abrupt beendet, unsere Tickets kosteten glatt das Fünfzehnfache derjenigen für die Locals (was eigentlich total normal und zu erwarten war, trotzdem ist das ein bisschen doof!).

Long Story short: Manuel hatte zu wenig Geld dabei, Karte ging nicht und USD fand man nicht gut. Wir probierten den lokalen Geldautomaten aus, der wollte unsere Karte nicht, wir also wieder zurück ins Hotel, später zurück in die Stadt mit dem Hotelmanager zu einem INTERNATIONALEN Bankautomaten und in eine Bank zum Geldwechseln und schlussendlich wieder zum Tempeleingang!

Hier jetzt aber noch kurz zwei Bilder mit Eindrücken von unserem Weg vom Hotel in die Stadt hinunter:

Kinder im Quartier auf dem Weg Richtung Stadt


Einer der Bauernhöfe an der Strassenseite

Hier jetzt kurz einige random Facts über den Borobudur-Tempel:
  • Die Anlage umfasst 504 Buddha-Statuen, 72 Stupas mit einer Hauptstupa auf 123 Quadratmeter "reinem Tempel", die Parkanlage ist weit grösser.
  • Es sind 60'000 Kubukkilometer Vulkanstein verbaut (das sind ca. 2'000'000 Steine)
  • 70% der Buddhastatuen in den Stupas sind teilweise zerstört, es fehlen meist die Köpfe oder Teile der Arme. Als Java den Islam als Religion anerkannte und die Mehrheit der Menschen diesen Glauben annahm, interessierte sich niemand mehr für den Hindutempel und er verwahrloste. Die Stupas zerbrachen und mit ihnen auch die Buddhas. Besucher, die die Anlage damals betraten durften die abgebrochenen Teile mitnehmen weil es damals schlichtweg niemanden interessierte. Heute ist der Tempel UNESCO Welterbe und wird strengstens kontrolliert.
  • Der Borobudurtempel ist eine der grössten hinduistischen Tempelanlagen in Südostasien und das grösste Buddhadenkmal weltweit.


Tempelanlage vom Eingang aus gesehen
Eine der wenigen noch vollständigen Buddhastatuen
Ich mit Stupa zum Dimensionsvergleich
Stupas auf der zweiten oberen Plattform

Der Ramadan ist mit dem Sonnenuntergang jetzt gerade zu Ende gegangen und überall wird gefeiert und viel gebetet. In der Stadt ist eigentlich nichts mehr los, weil jetzt alle Leute aufs Land zu ihren Familien fahren und mit ihnen feiern. Das bekommen wir nun hautnah mit weil wir ja auch da sind. Morgen gibt es ein extra Frühstück mit grossem Buffet für den speziellen Anlass, ich bin gespannt.


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